News für Produzenten

Seeländer-Forum zum Thema "Ernährungstrends"

"Fast Food, Slow Food, Good Food - produzieren wir am Trend vorbei?". So lautet das diesjährige Thema des Seeländer-Forums in Ins. Mit einem Referat und einer anschliessenden Podiumsdiskussion soll herausgefunden werden, ob die Landwirtschaft heute noch das produziert, was gewünscht ist.

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Besichtigung und Erfahrungsaustausch Waschplätze

Am 22. August findet vor dem Mittag eine kurze Besichtigung des Spritzen-Waschplatzes auf dem Betrieb von Lorenz Gutknecht in Ins statt. Dabei sollen Erfahrungen bei der Erstellung von solchen Waschplätzen ausgetauscht werden.

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Schweiz. Natürlich.

Einblick in Englands Gemüsebau

Vom 10.-14. September 2015 führte die Gemüsebörse BE-FR-SO zusammen mit der Gemüseproduzentenvereinigung Luzern eine Fachreise nach England durch. Auf einer abwechslungsreichen Reise von Manchester nach London wurden verschiedenste Gemüsebaubetriebe besichtigt, darunter auch zwei von Europas grössten Unternehmen in der Frischgemüseproduktion.


Starke Spezialisierung

Ein Merkmal der Gemüseproduktion in England ist die sehr starke Spezialisierung der Betriebe. So gibt es häufig Produzenten die z.B. nur auf den Salatanbau setzen oder ihr Geld nur mit der Produktion von Tomaten verdienen. Betriebe mit einer breiten Palette an Gemüsen, wie wir es in der Schweiz kennen, sind selten anzutreffen. Die grossen und spezialisierten Betriebe führen denn auch zu einer starken Konzentration innerhalb der Branche. Es sind bei den meisten Gemüseartikeln nur wenige Betriebe, welche den Grossteil der Inlandware produzieren. So werden z.B. etwa 80% der Karotten von nur gerade 7 Betrieben produziert.

 

Lagerung der Karotten im Boden

Veranschaulicht wurde dieser hoch-spezialisierte Gemüseanbau an den Karotten auf dem Familienbetrieb Hobson Farming. Der Betrieb baut neben einigen Ackerkulturen ausschliesslich Industriekarotten an – und dies auf einer Fläche von etwa 350 ha. Mit dieser Fläche zählt der Hof jedoch nicht zu den grossen Produzenten, sie produzieren lediglich 3% der Inlandmenge. Interessant war die Art und Weise, wie in England die Karotten gelagert werden. Um keine grossen Investitionen in Kühl- und Lagerhallen tätigen zu müssen, geschieht die Lagerung der Karotten über den Winter hindurch ausschliesslich im Boden. So wird die Kultur vor den ersten Frösten mit einer ca. 50 cm dicken Strohschicht bedeckt um den Winter unbeschadet zu überstehen. Geerntet wird während 52 Wochen im Jahr mit einem Siebkettenroder. Die geernteten Karotten gelangen nach dem Waschen und Polieren auf dem Betrieb ohne Zwischenlagerung direkt zum Verarbeiter.

 

Regionalität ausloben

Ähnlich wie die (Gemüse-)Produzenten in der Schweiz, kämpfen auch die Engländer mit einem hohen Kostenumfeld und somit hohen Produktionskosten für ihr Gemüse. Als EU-Mitglied ist der englische Gemüsemarkt jedoch nicht durch einen Grenzschutz von den billigeren Importen aus Südeuropa geschützt. Das erfordert eine besondere Anstrengung für die Vermarktung der inländischen Ware. Die Differenzierung der teureren inländischen Ware zum günstigeren Gemüse aus dem Ausland geschieht hauptsächlich über die Auslobung der Regionalität. Anders als bei uns ist der Begriff „Regionalität“ jedoch etwas weiter gefasst und ist häufig mit „Made in Britain“ gleichgesetzt. So ist auf vielen Gemüseverpackungen gross der „Union Jack“ abgebildet. Das Konzept scheint beim englischen Konsumenten anzukommen.

 

An den besuchten Betrieben wurde deutlich, dass die Gemüseproduzenten in England mit ähnlichen Schwierigkeiten kämpfen wie die Produzenten in der Schweiz – auch wenn die Betriebe oft um ein Vielfaches grösser sind als bei uns.

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